3 Fragen zur neuen Wallraff-Doku:

  • Wieso werden hier die gleichen unseriösen Filmermethoden (Kameramänner, die mitrennen, während versteckte Kamera simuliert wird, ect.) wie zb bei “Undercover Boss” angewendet?
  • Wieso läuft eine im Grunde ernst gemeinte Dokumentation auf RTL, während Wallraff sich eigentlich sonst gegen Privatsendermüll, Bildzeitung und Co ausspricht?
  • Wieso wird nur diese Firma überprüft, wenn es zig Lieferfirmen gibt, die vermutlich nicht anders arbeiten?

Ich schaue diese Doku kritisch, wie alle anderen Dokumentationen auch, die Wallraff angeblich versteckt begleiten. Noch dazu stört mich der Soundtrack, denn dieser ist aus dem Actionstreifen “Hanna” übernommen, also bewusst rasant gewählt, um nach RTL-Methoden die Dramatik zu unterstreichen. Wieso kann man das Thema nicht seriös aufdecken? Schade.

Herr G. schreibt ein Gedicht : Ein medialer Teufelskreis

Herr G. hat ein Gedicht geschrieben. Es ist sein zweites innerhalb eines Jahres, Herr G. findet in all seinem Weltschmerz keine Zeit zum Gedichte schreiben. Herr G. fragt sich, was er nun mit seinem Gedicht machen soll.

Herr G. braucht ein Blog.

Blog: Virtuelles Tagebuch, das man öffentlich zu verschiedensten Publikationszwecken nutzen kann. Man kann es sich einrichten, wie man möchte und so oft aktualisieren wie möglich.

Dies wäre Herr G.s zweiter Blogeintrag. Stattdessen beschließt Herr G. sein oberflächlich recherchiertes Lyrikmachwerk an die Zeitungen der Republik zu schicken. Erneut.

Herr G. hat Glück, Zeitungen drucken gerne kostenlosen Content unter dem Namen “Günter Grass”, weil “Günter Grass” sich einmal gut verkaufte und daher als klassischer Literat gilt. Außerdem hat sein letztes Gedicht eine so schöne Diskussion ausgelöst, dass all das Elend der Welt kurz vergessen war. Man bestätigt also Herrn G. in seiner Annahme, es sei richtig, jeden Furz sofort an die Zeitung zu schicken.

Herr G. setzt sich also an sich drittes Gedicht. Es beginnt erneut aber – Wir hoffen auf Einsicht.

The Story of Stuff : Wo euer Kram herkommt

Produktion und Verbrauchereinfluss einfach erklärt. “The story of stuff” verbindet die Frage “Wo kommen die Sachen, die ich kaufe eigentlich her” in einem kleinen Filmchen mit Politik, Wirtschaft und Konsum. Wer die 20 Minuten hat, sollte sie nutzen:

HIER gibt es eine deutsche Version.

Wieso Bücher auch in der Tonne landen dürfen

Reblogged from Litheart.de - Literatur, Theater & Kunst:

Bücher wirft man nicht weg, wie einen angegammelten Apfel. Bücher wirft man nicht weg wie ein paar leere Batterien oder ein altes Elektrogerät. Bücher wirft man einfach nicht weg. Zumindest habe ich das bisher immer so gesehen. Das Problem mit diesen Büchern, die man nicht wegwirft, aber auch nicht behalten möchte ist jedoch das – Wohin damit?

Vor ein paar Jahren habe ich eine Aktion gestartet und diversen Menschen, die in Foren und Anzeigenboards Bücher abgeben wollten, angeboten, diese abzuholen.

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“Lies es nicht!” kostenlos? Ein Fazit!

1065. Das ist die Anzahl der kostenlos über den virtuellen Ladentisch gegangenen Exemplare von “Lies es nicht!” vom 09.-11.05., also in der vergangenen Woche.

Ich habe die Funktion des Amazon Kindle Stores, ein Buch jeweils einzelne Tage lang kostenlos anzubieten (in der gesamten Verkaufszeit bis zu 5 Tage), nun zum zweiten Mal genutzt und bin absolut überwältigt von dem Interesse. Zeitweise lag das Buch auf Platz 11 der Downloadcharts im Gratisbereich.

Was mich sehr gefreut hat war, dass es viel positives Feedback von den Käufern gab, die das Heft zu den Schwerpunkten Medien und Leserverantwortung direkt gelesen hatten – das Wetter lud eigentlich mehr zum Baden gehen ein. Fast noch begeisterter war ich allerdings darüber, dass einige Interessenten meinten, sie warteten lieber, bis das Buch wieder kostet und kauften es dann – und dies offensichtlich auch taten, wie aktuelle Verkaufszahlen belegen.

Ich bin rundum zufrieden, das Buch so oft “losgeworden” zu sein und werde die Aktionstage auch mit jedem Ebook-Release wieder nutzen.

Nun ist “Lies es nicht!” wie gehabt wieder für 1,24€ käuflich. HIER gibt es alle Informationen und HIER kann direkt gekauft und gelesen werden!

Deutschland singt. Oder versucht es.

DSDS Kids. Ist das nicht niedlich. Kinder die singen, fast so schön wie die Mini-Playback-Show. Aber auch nur fast. Und es geht auch extra um weniger Geld, als bei dem Erwachsenenformat und ist auch alles ganz kindgerecht. Nein, ich habe es nicht geschaut. Ja, ich kann es dennoch kommentieren. Nicht nur weil Holger von Fernsehkritik.tv es extra für wiederum seine Zuschauer geguckt hat. Viel mehr weiß ich, wie es aussieht, wenn man Kinder auf eine riesige Showbühne stellt und unnatürliche Popstar-Performances durchspielen lässt, mit denen schon “die Großen”, aka Erwachsene, ihre Probleme haben.

In einem sind wir uns hoffentlich einig: Das Ganze heißt Show, weil es reines Entertainment ist. Die Kinder können teils nicht wirklich singen, zumindest konnte das niemand in den Einspielern bei Fernsehkritik. Natürlich nehmen die Kinder sich selbst trotzdem unglaublich wichtig und noch viel wichtiger – deren Eltern. Freiwillig zum Vorsingen zu gehen sieht nämlich anders aus, als bei den Vorcasting-Straßenbefragungen, bei denen die meisten gar nicht so richtig den Mund aufbekamen oder gar sagen konnten, wieso sie selbst so ganz freiwillig teilnehmen wollen.

Nun sind ja Deutsche gern ein wenig blauäugig, was Fernsehen angeht, wie auch US-Amerikaner nicht selten. Was im Fernsehen stattfindet, ist gesellschaftlich relevant und wenn die Kinder dort so toll auf der Bühne singen, dann sollte mein Kind aber durchaus auch in der Lage sein, berühmt zu werden. Und damit Willkommen in unserer beliebten Rubrik “Der Teufelskreis der Leistungsgesellschaft”! Heute dabei: Die Kleinsten.

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Definitiv: Ich möchte keine BILD

Na, auch die “BILD” für ihre Jubiläumsaktion abbestellt und Rückmeldung bekommen, nun die Adresse zu ergänzen? Das ist zwar vollkommen korrekt, ohne Adresse kann man niemanden aus einem Verteiler streichen, aber die Bedenken bleiben. Denn die Daten hat man in der Petition bereits angegeben. Der Verdacht liegt nahe, dass der Springer-Verlag hofft, auf das persönlich wirkende Anschreiben werden nicht mehr so viele hunderttausend Menschen widersprechen.

Wie folgt habe ich geantwortet, bitte fühlen Sie sich frei, das Format so für Ihre eigene Antwortmail zu verwenden:

Werte Mitarbeiter der “Bild”,

ich erwarte, bei Übermittlung meiner Adresse auch sonst keinerlei Werbung von Ihnen zu erhalten und widerspreche hiermit auch ausdrücklich der Praxis, die Adresse weiterzuverkaufen oder an Dritte weiterzureichen.

KEINE Bild-Ausgabe möchte ich erhalten an:

ADRESSE

Danke für die Berücksichtigung,

NAME

Update: Campact hat inzwischen eine Mail herumgeschickt, dass es sich offenbar um einen Serverfehler handelt, dass viele Adressen nicht korrekt übermittelt wurden. Die Angeschriebenen sollen unbedingt dem Axel Springer Verlag die geforderten Daten zusenden, doch stets unter dem Hinweis, dass die persönlichen Daten nicht weiterverwendet werden dürfen.